Historie

Die Entstehung der Heraldik ist eine Frage, mit der sich schon Generationen von Wissenschaftlern befasst haben und noch immer befassen. Allerdings mangelt es in der Forschung an eindeutigen Quellen, so dass die Entstehung von Wappen, zeitlich und geschichtlich gesehen, nicht geklärt werden kann. Als eindeutig sicher gilt nur, dass die Heraldik einen allmählichen Entstehungsprozess durchgemacht hat und sich im Laufe des Mittelalters durch viele unterschiedliche Anregungen zu dem entwickelt hat, was man auch heute noch unter Heraldik versteht. Wappen im eigentlichen Sinne gibt es etwa seit dem 12. Jahrhundert. Sie waren Erkennungszeichen von Einzelpersonen; später auch von ganzen Familien. Zuerst kämpften Ritter unter dem Wappen ihres Lehnsherren, bis auch gegen Ende des 13. Jahrhunderts Ritter aus niederem Adel ein eigenes Wappen tragen durften.Das Wort Wappen stammt wie bereits angeführt wurde von dem Wort hd. Wort Waffen ab. Dies erklärt sich daher, dass Ritter ihre Erkennungszeichen, das Wappen, auf den Waffen abgebildet hatten. Hauptsächlich findet man Wappen auf Schilden oder auf Helmen. Bei der Wappenbeschreibung, Blasonierung, sind die Seiten Spiegel verkehrt (d.h. rechts und links sind vertauscht), da im Mittelalter ein Wappen aus der Sicht des Schildträgers beschrieben wurde. Durch die unterschiedlichen Formen und Farben der Wappen konnten Ritter bei Turnieren oder im Krieg zwischen Freund und Feind differenzieren. Zur Zeit der Kreuzzüge hatten Ritter auf ihren Helmen zusätzlich noch eine Helmzier (Helmkleinod) zur Kennzeichnung und zum Schmuck angebracht. Im späten Mittelalter, als es keine Ritterturniere mehr gab, benutzten Ritter und Bürger ihre Wappen vor allem, um ihr Eigentum zu kennzeichnen. So wurde das Wappen individuell auf, Möbeln, Briefpapier, Besteck u.a. angebracht. In England gibt es die Tradition noch immer eine Person, die sich um das Königreich besonders verdient gemacht hat zum Ritter zu schlagen. So besitzen die Sänger Paul Mc Cartney und Elton John beispielsweise nicht nur den Titel „Sir“, sondern haben auch ihr eigenes Wappen. Nach deutschem Recht darf jede natürliche oder juristische Person ein eigenes Wappen führen, vor der willkürlichen Führung durch Andere ist es dann analog dem Namensrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch geschützt. In der Forschung wird angenommen, dass die Heraldik während der Kreuzzüge verstärkt aufgekommen ist um die Vielzahl an Soldaten auseinander halten zu können.



© 2005 Timo Schiering & Christian Kübrich; Otto-Friedrich-Universität Bamberg; Fakultät GGeo; Lehrstuhl für Historische  Hilfswissenschaften